"Man kann überall tanzen, und das ist das Schöne daran."


Foto: Leipzig tanzt
Jazz Dance ABC - neues online Konzept

Seit November unterrichte ich nun online. Der Umstieg auf das neue Medium ist mir diesmal gar nicht so schwer gefallen im Vergleich zum Frühjahr letzten Jahres. Die technischen Voraussetzungen waren schon erprobt und mein Booking System von Eversports hat sogar eine on Demand Videothek mit im Angebot.


Trotz des technischen Wissens, brauchte doch ein Stück Zeit, meine Unterrichtsinhalte an die neue Situation anzupassen. Zoomklassen haben mehrere Herausforderungen:

  • ich sehe Euch beim Tanzen nicht so gut

  • es kann zu einer Verzögerung der Musik kommen

  • die Internetverbindungen bricht ständig ab

  • ihr seht mich nicht gut

Wenn ich länge darüber nachdenke, fallen mir bestimmt noch mehr Unterschiede zum Offline Unterricht ein, jedoch geht es mir in diesem Beitrag nicht darum, beide Unterrichtsformen gegen einander aufzuwiegen. Nein, in den vergangenen Monaten habe ich mich mit dem neuen Medium auseinandergesetzt und gelernt meine Unterrichtsmethodik darauf abzustimmen.



Icelab - mein Sendeplatz im November

Als im ich im November startete, unterrichtete ich montags Charleston und mittwochs Solo Jazz. Während ich in der Charlestonstunde maximal zwei Schritte thematisierte und eher explorativ arbeitete, wollte ich der Solo Jazz Gruppe viel Material geben. Die Intensionen hätten nicht unterschiedlicher sein können, war ich doch mittwochs ein gewisses Pensum gewöhnt.


Ich verstand, es musste eine Mischung her zwischen Explorieren und Vermittlung, vor allem aber die Konzentration in der Stunde auf tatsächlich einen einzigen tänzerischen Aspekt. In 60 Minuten kann ich einfach nicht 3 Themen unterrichten, so sehr ich das auch wirklich möchte.



So entstand die Unterrichtsreihe - Jazz Dance ABC- jede Stunde ein Thema - gemäß der Devise - weniger ist mehr. Was hat sich der Lehrkörper also gedacht?


One Move & seinen Variationen.


Ein absolutes Lieblingsthema für mich - Variationen zu Grundschritten zu finden.

Ich wählte die Tacky Annie. Ein grandioser Step, der durch seine solide Beschaffenheit besticht. Step Touch & Triple Steps und damit wahnsinnig viel Spiel für Variationen lässt.



Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 2018, da hatte ich schon mal Tacky Annie Variationen als Thema.







Variationen zu den Schritten zu finden, ist super für alle, die ihr Repertoire erweitern möchten. Durch die Kombinationen von zwei Schritten oder einem Schritt und einem bestimmten Rhythmus entstehen neue Bewegung, die beliebig mit einander kombiniert werden können.


Schritte können an unterschiedlichen Stellen geteilt werden. Letztlich hängt dies auch von der Musik ab. Entweder ihr teilt auf 1 oder auf 2 , bedeutet:

  • auf 1 : bei 3 / 5 / 7

  • auf 2 : bei 2 / 4 / 6

In der Stunde habe ich die Tacky Annie bis 4 getanzt und danach eine Variation entwickelt.

Probiert es mal aus, werft einen Blick ins Authentic Jazz ABC mit Chester Whitmore rein und lasst Euch inspirieren.



All sides matters


Die zweite Stunde stand im Zeichen der linken und rechten Seite.


Mal ganz ehrlich jeder von uns hat seine Schokoladenseite. Ich erinnere mich nur zu gern an meine Tanzausbildung, sobald wir die Choreo linksherum geübt haben, stand ich wie Falschgeld im Raum und suchte den Anschluss.

Warum wir links und rechts trainieren sollten, hat zweierlei Gründe. Einerseits trainieren wir so unser Gehirn und andererseits unsere Muskulatur. Je mehr wir nur eine Seite trainieren, umso instabiler wird die andere Seite.


Probiert es mal aus. Kreiert eine kurze Kombi aus vier Achtern. Zum Beispiel:


Charleston | Box Step | Shorty George | Full Break :)





Explore the Space


Raumorientierung und Raumentwicklung in der Bewegung lässt mich aus meiner Statik am Platz herauskommen und schenkt mir eine neue Freiheit, mich tanzend durch den Raum zu bewegen. Im meinen Life Klassen arbeite ich oft so, dass wir die Routine einmal zu allen Seiten tanzen oder dass wir zwei Gruppen bilden und dann abwechselnd zueinander tanzen - eine Art Battle. Das ist immer sehr schön. Und oft höre ich dann von meinen Schülern, dass sie sobald sie sich drehen, nicht mehr wissen wohin die Bewegung geht. Ja, das ist völlig normal.


Aber es geht bei diesem Thema nicht nur um unsere Ausrichtung beim Tanzen, sondern auch in der Bewegung neue Raumwege zu entwerfen. An welcher Stelle in der Bewegung kann ich mich drehen? Welches Körperteil führt die Raumbewegung an? Erleichtern mir Übergangsschritte die Bewegungen im Raum? - all dies erkundeten wir an kleinen Übungen und machten so unsere Wohnzimmer unsicher.





Body Movement & express yourself


Das Thema der heutigen Stunde ist mir eine Herzensangelegenheit. In meiner Ausbildung habe ich am meisten geliebt, wenn ich mich auf mich selbst konzentrieren konnte und mich den Bewegungen hingab. Ich liebte es Bewegungen zu entdecken, zu verstehen wie sich mein Körper organisch bewegt. Gut zeitgenössisch ist absolut organisch und nicht vergleichbar mit Solo Jazz. Spielt ja die Gegensätzlichkeit der Bewegungen für uns Solo Jazzer eine große Rolle wie beim Charleston. Gegensätzliche Bewegungen hin oder her - nicht zu selten wird der Körper beim Tanzen vergessen.


Durch die Dominanz des lower bodies kommen Arme, Schulter, Kopf usw. oft zu kurz. Dadurch wirkt Solo Jazz nicht als ganz körperlicher Tanz - dem aber so nicht ist. Seht selbst.


Ich habe ein paar schöne Videos für Euch herausgesucht, die meine Inspiration sind.





Jede der Tänzer*innen hat seine eigene Körpersprache und das ist das Wunderbare daran. Wenn wir beim Tanzen alles integrieren entsteht für jeden seine eigene Körpersprache.


Kleine Anregung für Euch. Pickt Euch einen Schritt heraus. Versucht zu schauen, was macht ihn aus. Gibt es nur eine Unterkörperbewegung oder spielt der Oberkörper eine Rolle.


  • Minimalisiert den Schritt auf das Wesentliche am Platz ohne alles und dann nehmt Schritt für Schritt den Oberkörper mit hinzu. Probiert aus, ob Brustkorbisolationen möglich sind.

  • Was macht der Schultergürtel, die Arme, der Kopf?

  • Bewegt Euch dann mit dem Schritt durch den Raum.

  • Schaut, was ihr dabei entdeckt.

  • Es gibt kein richtig und kein falsch - es gibt nur etwas zu entdecken.



Last but not least - Let's try the Improvisation


In der letzten Stunden werden wir uns mit der Improvisation beschäftigen und alle Inhalte der Unterrichtsreihe bündeln. Ich werde Euch Ideen für die Improvisation geben. Viel möchte ich noch nicht verraten, aber eines weiß ich jetzt schon. Es wird schön. :)



Neben den einzelnen Stundenschwerpunkten war mir auch bzw. ist es mir auch wichtig, das tänzerische Material den Stunden und den unterschiedlichen Level anzupassen. Trotz der unterschiedlichen Wochenthemen konnten die Tänzer*innen auf den Inhalten der vorangegangenen Stunden anknüpfen.


Für die kommende Runde ab Mittwoch, den 17.02.2021 plane ich ein Konzept zum Thema Charleston. Schon jetzt stecke ich in den Vorbereitungen. Nach den Erfahrungen der jetzigen Kursrunde werde ich wieder thematisch arbeiten und es an die Online Ressource anpassen.


So Ihr lieben, nun mache ich Platz zu Hause und freue mich auf die heutige Stunde.



with love Theresa







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