Swing Dancing & Black Lives Matter

Denkzeit-Arbeitsstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Dank des Förderporgramms "Denkzeit" der Kulturstiftung des Freistaates Sachsens erhielt ich ein Recherchestipendium, welches den Arbeitstitel "Swing Dancing und Black Lives Matter" trug.  Ich wollte das Zusammenspiel zwischen den afroamerikanischen Tänzen (Swingtänze), den Aspekt der kulturellen Aneignung und der von People of Color auch heute noch empfundenen rassistischen Ungerechtigkeit in der Jazz Tanzszene untersuchen und vor allem auch verstehen. In diesem Kontext fragte ich mich auch, welche Auswirkung die derzeitige internationale Diskussion auf die lokalen Tanzschulen hat und wie wir damit zukünftig sensibel im Tanzunterricht umzugehen haben.

 

Mir liegt als Swingtänzerin und Tanzpädagogin die Kultur, die ich tänzerisch lebe, sehr am Herzen. Und im Austausch mit meinen Tanzschülern stellte ich fest, wie wenig der kulturelle Ursprung der Tänze ihnen und wohl auch mir bewusst war."

Ausgangspunkt 

Als ich mit meinen Recherchen begann, bemerkte ich recht früh, dass mich vor allem der Aspekt der kulturellen Aneignung des Tanzes beschäftigte. Angeregt durch den Artikel 

"Swing Dancing and the black Culture in Europe" von

Marie N' Diaye erschienen im Zazoo Magazin (2019) begab ich mich auf eine Reise zu den Ursprüngen des Tanzes. 

Nachfolgend habe ich in Kürze zusammengefasst, was ich wichtig empfand.

Zusammenfassung

N'Diaye beschreibt, dass eine Minderheit eine Kunstform geschaffen habe, der sich eine Mehrheit der Privilegierten bediene und somit eine Anerkennung der ursprünglichen Minderheit nicht mehr stattfinde. Zudem sei ein Problem, wenn es kein Reflektieren in den lokalen Swingszenen gebe. So würden die Werte einer bestimmten Kultur gelöscht und mit neuen Werten besetzt würden, so N'Diaye.

Tanz als Ausdruck einer gesellschaftlichen Ordnung und auch Repräsentation des Sozialen verweist auf das kulturelle Gedächtnis (Versklavung, Kolonialisierung und der Verlust der Heimat) und somit kommen wir auch auf die ursprünglichen Werte des Swing Tanzes. In dieser besonderen sozialen Auseinandersetzung entstanden sehr spezifische Tänze. Die (Swing)Tanzkultur war innovativ und inkludiert zugleich. Der Tanz selbst erzählt von der Verbindung zwischen Musik und Tänzer und vom einem Gefühl - für den Zeitraum des Tanzes nicht nur den Alltag vergessen zu können, sondern auch Gleichheit zu spüren.   

Nicht zuletzt revolutionierten diese Tänze eine europäische Körpertanztradition.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die europäischen Tanzböden durch die Folgen von Imperialismus, Kolonialismus sowie transatlantischen Verflechtungen stark beeinflusst. Europa erlebte einen ersten Schub der Amerikanisierung mit der Verbreitung hybriden tanz kultureller Praktiken. Charleston zu tanzen bsp., war ein befreiender Akt.

Es fühle sich so an, als ob man das Trauma des ersten Weltkrieges abzuschütteln versuchte. 

 

Zudem führte der strukturelle Rassismus in den USA dazu, dass die Pioniere des Tanzes aufgrund ihres Ressourcenmangels und ihrer fehlenden gesellschaftlichen Positionierung in den Hintergrund gerieten. Die Tänze verschwanden immer mehr aus der öffentlichen Wahrnehmung, um dann in den 1980er wiederentdeckt zu werden.

 

Möglicherweise führte „The Revival of the Lindy Hop“ durch weiße Amerikaner und Europäer dazu, dass die kulturellen Werte der aktuellen Jazz Dance Szene keine Verbindung mehr zur Black Culture haben und es so kein Vorleben eben dieser Kultur mehr gebe.

 

Und hier schließt sich für mich der Kreis und findet Worte auf meine Ausgangsfrage.

Auf die von mir in dieser Ausarbeitung gestoßenen Seiten, Blogbeiträge, Videos möchte ich gerne hier bündeln, für diejenigen, die Lust auf die Geschichte unseres Tanzes haben. 

Frankie Manning Foundation

Auf dieser Seite findet Ihr die Ziele der Foundation, verschiedene Videos, Bilder sowie Biografien. 

Daneben auch die Werte des Lindy Hop und  wie Ihr die Foundation unterstützen könnt. 

Collective Voice For Change

"Collective Voice for Change ist eine internationale Initiative,

die sich für ein neues, gleichberechtigtes Miteinander in der Swing-Jazz Gemeinschaft einsetzt. (...)

Ihr Ziel sei es, die Umgestaltung der jetzige Tanzszene in ein von Respekt und Wertschätzung geprägtes Umfeld zu unterstützen, in dem sich alle wohlfühlen."

Black Lindy Hoppers Fund

The Black Lindy Hoppers Fund ist eine neues, unabhängiges  Programm, initiiert durch die Frankie Manning Foundation. Sie wird durch zudem durch die Houston Swing Dance Society unterstützt. [...]

Ihr Ziel ist es ebenfalls "sich entwickelnde Tänzer, Musiker, Forscher und Community Builder zu unterstützen, die sich bemühen, den Mitgliedern der Gemeinschaft afrikanischer und afrikanischer diasporischer Erbe mehr zu helfen. "

Neben diesen Websiten 

© 2019 Theresa Ivanovic

Max-Pommer-Str.2 |04317 Leipzig 

Made with Love 

Impressum | Datenschutzlinie | Cookie - Richtlinie