Ich tanze, um gesehen zu werden!
- Theresa

- 27. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 27. Jan.
Seit ich tanze, merke ich, wie sehr Bewegungen mir helfen, mein Inneres zu regulieren.
Sie geben mir den notwendigen Kick, wenn ich traurig bin.
Sie helfen mir runterzufahren, wenn ich zu aufgeregt bin.
Und sie erlauben mir einfach nur zu sein, wenn ich glücklich bin.
Tanzen ist für mich mehr als Bewegung – es hat eine heilende Funktion. Es ist ein wesentlicher Bestandteil meiner inneren Zufriedenheit.
Der Tanz begleitet mich schon mein ganzes Leben, obwohl ich erst Anfang dreißig zum ersten Mal bewusst einen Tanzsaal betreten habe. Davor fand man mich in Clubs, auf Salsa- und Balkanpartys – tanzend, frei, ohne Nachdenken.
Ich habe mich nie gefragt, wie ich aussehe, was andere über mich denken oder ob ich gut genug bin.
Erst im Tanzsaal wurde mir bewusst, dass Tanz auch Herausforderung bedeutet. Als ich mit anderen dort stand, fühlte ich mich plötzlich ungelenkig. Abläufe fielen mir schwer, und es dauerte lange, bis sich ein gutes Gefühl zwischen den Tanzschritten und mir entwickeln konnte. Einige Jahre gingen ins Land, bis ich wieder unbeschwert, frei und ohne Nachdenken tanzen konnte. Dazwischen gab es immer wieder Phasen des Vergleichs, der Überforderung und des Unbedingt-Wollens.
Bilder aus meiner Zeit als Tanzschüler:in bei Swingin'Le - Fotos sind von den Veranstaltungen - 1. Reihe Crazy Legs 2015 & 2016 & Jitterbug Night 2016 |
2. Reihe: Eddas Knallbrause 2016 Duett mit Sarah
Was mir geholfen hat, waren viele liebe Menschen – in meiner Ausbildung zur Tanzpädagogin ebenso wie Trainer:innen und Wegbegleiter:innen, die mit ihren Worten Imagination und Raum zum Sein eröffnet haben. All diese Erfahrungen prägen heute meine Arbeit als Tanzpädagogin: Ich begleite Menschen darin, ihren eigenen Ausdruck zu finden, ihr Tempo zu achten und Freude am Tanz zu entdecken.
Abschlusspräsentation der BBG4 Tanz-Zentrale Leipzig im Januar 2020 im Schauspiel Leipzig
Mein stetiges Training – in Klassen, auf Workshops oder online – und der Blick in andere Tänze haben mich ebenfalls weiterentwickelt. Und nicht zuletzt: die Liebe zum Tanzen und die Liebe zu meinem Körper.
Mit der Zeit wurde daraus Neugier – Neugier auf meinen Körper.
Wie bewegt er sich?
Was bewegt sich wann und warum?
Wann fühle ich mich gut, wann kann ich gar nicht tanzen?
Es geht immer wieder darum, bei mir zu bleiben und mich nicht im Spiegel der anderen zu sehen. Oft habe ich mich gefragt:
Wie kann ich Bewegungen so tanzen, dass sie zu mir passen und meine eigene Körpersprache ausdrücken?

Das ist meine eigentliche Suche: zu tanzen, wie mein Körper die Bewegungen interpretiert.
Dabei lernte ich auch, mein eigenes Tempo zu akzeptieren. Wie oft habe ich mich mit Tänzer:innen verglichen, die deutlich länger tanzten als ich – und bin daran gescheitert. Während ich noch mit den Abläufen beschäftigt war, konnten andere bereits die nächste Ebene der Bewegung genießen und gestalten.
Ja, Jeder Mensch hat sein eigenes Tempo, seinen eigenen Komfortrahmen und ganz eigene Wünsche, was er oder sie entwickeln möchte.
Meine Learnings daraus:
Lass dich von deinem Umfeld inspirieren, aber nicht überfordern.
Nimm die Schwingungen und Impulse wahr, genieße die Bewegungen der anderen.
Bewusstes Zuschauen ist ein wichtiger Lernprozess im Tanz.
Tanze in deinem Tempo.
Komfortzonen sind wichtig – sie dürfen aber auch berührt und erweitert werden.
Training und Wiederholung sind zentrale Lernprozesse.
Alle Tänzer:innen haben einmal angefangen. Gelernt und gewachsen sind wir durch gemeinsamen Austausch.
Und nun zurück zu meinem Anfangssatz:
Nein – ich tanze nicht, um gesehen zu werden.
Ich tanze, um andere zu inspirieren, um meine Erfahrungen und meine Liebe zum Tanz weiterzugeben. Und als Tanzpädagogin begleite ich Menschen auf ihrem eigenen Weg: Bewegungen zu entdecken, zu fühlen und zu genießen.
Warum tanzt du?
Eure Theresa











































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